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Abtreibung löst nicht alle Probleme

„Wir wünschen uns endlich Ausgewogenheit. Frauen brauchen mehr als Zugang zum Schwangerschaftsabbruch", fordert aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler

Bild von Mandy Fontana auf Pixabay

 

Wien, 31.05.2022 – Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist höchst komplex und berührt verschiedene Bereiche. Angesichts der rechtlichen Entwicklung in Polen und den USA fokussiert sich die Aufmerksamkeit derzeit wieder auf extreme Positionen. „Abtreibung ist ein Reizthema. Provokationen und unsachliche Debatten gehen aber immer zu Lasten der Frauen", beobachtet Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin von aktion leben österreich. „Wir unterstützen die freie Entscheidung von Frauen und halten es für selbstverständlich, dass Frauen bei einem Abbruch medizinisch und menschlich gut versorgt werden. Wir wollen aber auch nicht, dass der Schutz des Lebens verloren geht und die Probleme von Frauen, die sich zu einem Abbruch gezwungen sehen, vergessen werden."

Abbrüche vermeiden durch Prävention, Beratung und Hilfe
Um Abbrüche möglichst zu vermeiden, gibt es viele Möglichkeiten, die längst nicht ausgeschöpft sind und die nichts mit Zwang zu tun haben. „Österreich muss schleunigst zielgruppengerechte Maßnahmen der Prävention anbieten!", erklärt Kronthaler. Diese beginnen bei finanziell gesicherter Sexualpädagogik sowie kostenloser, flächendeckender und kultursensibler Verhütungsberatung für Frauen und Männer.

Entscheidung von großer Tragweite
Ebenso wichtig ist es, dass es für jede Frau selbstverständlich Begleitung und Hilfe gibt, wenn sie ungeplant schwanger ist. Jede Frau, die ungeplant schwanger ist, müsse eine Entscheidung von großer Tragweite für ihr Leben treffen: „Zu entscheiden, ob man Mutter werden kann und will – jetzt mit diesem Kind, das heranwächst und in der Situation, in der man jetzt gerade ist –, rührt an Lebensthemen und existenzielle Fragen", erläutert Kronthaler.

Info und Ausbau von Beratung
„Jede Frau soll wissen, dass sie sich in einer solchen Situation an eine kostenlose, professionelle und ergebnisoffene Schwangerenberatung wenden kann. Das ist eine Ressource, die Frauen in dieser Situation stärkt und unterstützt." aktion leben kritisiert seit vielen Jahren, dass die öffentliche Information und die Förderung von spezialisierten Schwangerenberatungs-Stellen unzureichend sind. „Nicht einmal im Mutter-Kind-Pass wird darüber informiert", berichtet Kronthaler.

Politik ist gefragt
„Parallel dazu braucht es konkrete Unterstützung und gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen, die ein gutes Leben mit einem (weiteren) Kind denkbar machen und tatsächlich ermöglichen", ist Kronthaler überzeugt. „Frauen zur Fortführung der Schwangerschaft zwingen zu wollen, wird nie funktionieren und wir halten das auch für inakzeptabel." In Österreich sei es aber derzeit leichter, einen Abbruch zu bekommen als Hilfe für ein Leben mit Kind.
„Wir vermissen das Bekenntnis der Politik, die Zahl der Abbrüche reduzieren zu wollen. Immerhin geht es bei einem Abbruch um das Leben eines Kindes und es wollen auch viele Frauen gar nicht in die schwierige Situation kommen. Das zu verdrängen, hilft niemandem", ergänzt die aktion leben-Generalsekretärin.

Transparenz statt Ideologie!
Transparenz sei die wirkungsvollste Maßnahme gegen die ideologische Vereinnahmung des Themas. In Österreich sind nicht einmal die Zahlen der Abbrüche bekannt. Die jüngste Motivenerforschung ist über 20 Jahre alt. Deshalb setzte aktion leben sich mit ihrer Bürgerinitiative „Fakten helfen!" für die Einführung einer Abtreibungs-Statistik und eine davon unabhängige Erforschung der Motive dafür ein. „Hinsehen statt wegschauen! Transparenz statt Tabu und Ideologie. Das würde Frauen helfen!", so der dringende Appell von aktion leben.

 

 

Mag. Daniela Orler
Presse- und Informationsarbeit

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