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Enttäuschung über Ablehnung der Bürgerinitiative "Fakten helfen!"

Keine Bereitschaft, sich sachlich mit unserem Thema auseinanderzusetzen: "Fakten helfen!" ist vorerst kein Thema mehr im Parlament.

fakten helfen - Statistik und Motiverforschung zu Schwangerschaftsabbrüchen - aktion leben

Stellungnahme von Dr. Johann Hager, Präsident aktion leben österreich, Obmann aktion leben tirol:

Die Pandemie hat uns gezeigt, wie wichtig Daten und Fakten sind, um in kritischen Situationen handeln zu können. Umso weniger verstehe ich, dass die österreichische Politik bei dem Thema Schwangerschaftsabbrüche keine Zahlen will, nicht hinsehen mag, keine Prävention aufgrund gesicherter Informationen möchte.

"Fakten helfen!" fand im Ausschuss keine Zustimmung

Unsere Bürgerinitiative "Fakten helfen!" wurde am 17. März 21 im Ausschuss für Petitionen und Bürgerinitiativen behandelt. Sie wird bloß "zur Kenntnis genommen". Die Abbruch-Statistik kommt daher vorerst zu unserer großen Enttäuschung nicht.

Mir ist das unverständlich. Es erscheint mir völlig logisch, dass wir wissen müssen, wie viele Frauen eine Schwangerschaft abbrechen lassen, in welchem Alter Abbrüche besonders häufig vorkommen, um das wievielte Kind es geht, ob und wie verhütet wurde, in welcher Situation sich die Frau befindet oder welche Behinderungen zu Abbrüchen führen.

Es wäre ganz leicht, denn die Krankenhäuser und Einrichtungen, die Abbrüche durchführen, haben diese Informationen. Sie müssten nur an eine zentrale Stelle gemeldet werden. Dann könnten wir handeln: Was braucht wer in welcher Lebenslage, damit ungewollte Schwangerschaften vermieden werden? Wie können wir Frauen unterstützen und entlasten, die in diese Situation kommen? Wie stärken wir verantwortliches Handeln bei den Männern? Und vieles mehr.

Wir dachten: Wenn wir Zahlen haben, können wir endlich auch in Österreich vernünftig über das Thema sprechen.

Start vor sieben Jahren voll Optimismus

Voller Optimismus startete aktion leben vor sieben Jahren die Parlamentarische Bürgerinitiative "Fakten helfen!". Der Titel war Programm: Um gezielt helfen zu können, ist es wichtig, die Fakten auf den Tisch zu legen.

Wir veranstalteten ein Symposium, gaben eine Broschüre zum Thema heraus, erstellten eine Kampagnenhomepage, legten alle unsere Argumente offen, führten zahlreiche Gespräche und konnten dadurch sehr viele Menschen erreichen. Wir alle hofften, wir könnten ein neues Kapitel bei der Behandlung der Schwangerschaftsabbrüche aufschlagen: Mehr als 59.200 Menschen schlossen sich den Forderungen an. Somit wurde "Fakten helfen!" zu einer der stimmenstärksten Bürgerinitiativen der letzten Jahre. Mein riesengroßes Danke gilt allen, die zu diesem beeindruckenden Ergebnis beigetragen haben.

Abwehrhaltung "aus Prinzip" ist sehr stark

Manche Politikerinnen halten allerdings lieber an Parolen vergangener Zeiten fest. Sie stellen eine Abbruch-Statistik als Angriff auf Frauenrechte dar und sagen "nur über meine Leiche". Sie sind der Ansicht, die Politik hat das Thema nicht zu interessieren. Sie meinen, alles zu wissen und tun doch nichts. Die Gesprächsangebote unsererseits tun sie als "Anbiederung" ab und sie sind nicht bereit, sich anzusehen, wie eine Statistik in anderen Ländern funktioniert und was sie bringt.

Da derzeit politisch nichts möglich ist, wird unsere Bürgerinitiative nun dem Parlament zugewiesen und dort zur "Kenntnis genommen".

Unsere Arbeit ist und bleibt unverzichtbar

Wir geben selbstverständlich nicht auf! Wir tun weiter, was wir können! Und das ist dank des Rückhalts unserer Spenderinnen und Spender enorm viel! Gerade die Pandemie zeigt, wie unverzichtbar unsere Arbeit, unsere Beratung und Hilfen sind! Wir sind ganz nahe an den schwangeren Frauen und Familien und können wesentlich schneller unterstützen und weiterhelfen als eine öffentliche Einrichtung.

Ganz herzlichen Dank für Ihre Unterstützung

Für mich sind Sie, unsere Spenderinnen und Spender, unsere Förderinnen und Förderer und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von aktion leben, die wahren "Kämpferinnen für Frauenrechte", indem Sie sich praktisch für Frauen in einer der schwierigsten Konfliktlagen ihres Lebens einsetzen.

In diesem Sinn machen wir weiter und melden hartnäckig dem zuständigen Ministerium, wo schwangere Frauen und Familien benachteiligt werden. Wir bleiben auf der Seite der Frauen, die uns wirklich brauchen. Und wir bleiben eine Stimme für die Kinder vor der Geburt und ihre Bedürfnisse. Diese Arbeit ist ja immer weitergegangen.

Ich bin mir sicher, dass der Zeitpunkt kommen wird, an dem Parolen nicht mehr ausreichen. Dann sind wir mit unserer Expertise und unserem Wissen da und helfen mit, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht länger tabuisiert werden.

Und wir bleiben bei unseren Werten: Jeder Mensch ist wertvoll. Wir sind respektvoll derjenigen und demjenigen gegenüber, die/der vor uns steht.

Ihre Meinung zum Thema interessiert mich sehr. Wie geht es Ihnen mit der Entscheidung der Politik? Schreiben Sie mir an info@aktionleben.at.

Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung, Ihr Wohlwollen, Ihre Liebe zum Leben.

Ihr
Dr. Johann Hager
Präsident aktion leben österreich, Obmann aktion leben tirol

 

Zur Website „Fakten helfen!“

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