Eizellspende - Gefahr der Ausweitung

aktion leben warnt vor einer Anhebung der Altersgrenze bei der Eizellspende: Eine Schwangerschaft in späten Jahren mit einer Eizellspende ist für Frauen und Kinder riskant. „Statt künstliche Befruchtung immer später zuzulassen wäre es besser, in Ursachenerforschung und Prävention zu investieren und Menschen zu ermöglichen, früher Kinder zu bekommen", betont aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler.

Wien, 25.10.2018 - Jede Schwangerschaft mit einer Eizellspende ist eine Risikoschwangerschaft. aktion leben warnt vor einer weiteren Ausweitung, etwa durch Anhebung der Altersgrenze für die Empfängerin. „Die Altersgrenze von 45 Jahren schützt Frauen und Kinder. Die Risiken für Frauen und Kinder bei einer Schwangerschaft mit einer Eizellspende in noch höherem Alter sind erheblich", betont aktion leben-Generalsekretärin Mag. Martina Kronthaler.

Hohes Risiko von Eizellspende ist seit Langem bekannt
Bereits 2008 und 2009 wurden Ärzte der Uniklinik Aachen, Ulrich Pecks, Nicolai Maass und Joseph Neulen, hellhörig, als kurz hintereinander drei Frauen nach einer Eizellspende wegen schwerer Hypertonie in der Schwangerschaft behandelt wurden. Alle drei Schwangerschaften wurden wegen akuter Lebensbedrohung für die Mutter abgebrochen, die Kinder überlebten nicht. Die Wissenschaftler untersuchten daraufhin in einer Meta-Studie, die 28 Studien berücksichtigte, ob und inwieweit Eizellspende ein Risiko für hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (HES) darstellt. 2011 publizierten sie die Ergebnisse. 22,6 Prozent der Frauen waren betroffen. In der Kontrollgruppe – Frauen nach konventioneller In-vitro-Fertilisation – waren es nur 5 bis 7 Prozent.

Schluss mit einseitiger Information
„Es ist ein Faktum, dass Eizellspende ein erhebliches Risiko für die Frauen und die Kinder darstellt. Das muss jedem Arzt bewusst sein, bevor er für Eizellspende als einfache Lösung wirbt und eine Anhebung der Altersgrenze fordert", erklärt Kronthaler. Dass die späte Schwangerschaft zusätzlich ein höheres Risiko bedeutet, etwa für einen Schock mit schwerer Kreislaufstörung bei der Geburt, für eine Fruchtwasserembolie oder Nierenversagen, sei ebenso bekannt.

Eizellspende ist schlecht für die Spenderin
Weiters weist aktion leben darauf hin, dass eine Eizellspende ohne Spenderin nicht denkbar ist. „Eine Eizellspende macht eine junge gesunde Frau zur Patientin. Altruistisch macht das fast niemand. Es gibt nur dort eine nennenswerte Anzahl an Spenderinnen, wo die Not von Frauen so groß ist, dass sie ihre Eizellen verkaufen und damit ihre Gesundheit gefährden. Dieses Geschäftsmodell auszuweiten, kann nicht im Interesse der Gesellschaft sein, der Frauengesundheit wichtig ist", sagt Kronthaler.

Besser: Ursachenforschung und Prävention
Kronthaler plädiert dafür, statt künstliche Befruchtung immer später anzubieten, mehr in die Ursachenforschung von Unfruchtbarkeit und in Prävention zu investieren. „Es fehlt an präventiven und ganzheitlichen Ansätzen. Durch eine bessere Erforschung der Ursachen für zunehmende Unfruchtbarkeit und durch Bewusstseinsbildung über die große Bedeutung von Altern und Lebensstil für die Fruchtbarkeit könnte die Zahl der Betroffenen wesentlich gesenkt werden", so Kronthaler.

Kinderkriegen in jüngeren Jahren muss möglich sein
„Es ist der falsche Weg, auf künstliche Befruchtung als Lösung für gesellschaftspolitische Probleme zu setzen. Verlässliche Unterstützung von den Eltern, leistbare Wohnungen, qualitativ hochwertige Kinderbetreuung und vieles mehr ist notwendig, damit junge Menschen Kinderkriegen nicht als existenzbedrohend empfinden. Es lohnt sich, sich dafür einzusetzen, dass Paare in ihren fruchtbaren Jahren Kinder bekommen können", schließt Kronthaler.

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