Österreichisches Institut für Familienforschung: Statistik über Schwangerschaftsabbrüche ein „klarer Mehrwert“

Nach der Ärztekammer hat nun auch das Österreichische Institut für Familienforschung grünes Licht für eine Statistik über Schwangerschaftsabbrüche gegeben. Die ausführliche Stellungnahme enthält zudem konkrete Vorschläge zur praktischen Umsetzung.

Fakten helfen - aktion leben österreich - aktion leben tirol

Das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) war Ende Juni 2016 vom zuständigen Parlaments-Ausschuss eingeladen worden, eine Stellungnahme zur Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ der aktion leben zu verfassen. Nun ist die informative und andere Länder überblickende Stellungnahme online.

 

Sich an anderen Ländern orientieren

Das ÖIF weist eingangs darauf hin, dass derzeit 27 Länder in Europa regelmäßig über Schwangerschaftsabbrüche berichten. Die Einführung einer solchen Statistik in Österreich ist daher „aus wissenschaftlicher Sicht grundsätzlich zu begrüßen“, betont das ÖIF. Das Forschungsinstitut empfiehlt daher auch, sich wegen der internationalen Vergleichbarkeit an der Handhabung und an den Fragebogen-Items anderer Länder zu orientieren und liefert dazu eine Übersicht.

 

Positive Effekte sind zu erwarten

Darüber hinaus sei auch ein „klarer Mehrwert für Politik in Gesetzgebung und Vollziehung“, aber auch im „politischen Diskurs“ sowie in der „Evaluierung der Effekte von gesetzlichen oder verwaltungsrechtlichen Normen zu erwarten“. Voraussetzung: Politik hat den Anspruch,  „Entscheidungen auf Basis rationaler Grundlagen zu treffen“ und „wissensbasiert“ zu arbeiten, so das ÖIF.

 

Statistik: einfach und anonym

Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich, erklärt: „Die Stellungnahme des ÖIF bietet den politisch Verantwortlichen in unserem Land sehr konkrete, wissenschaftlich fundierte Empfehlungen, wie eine Statistik über Schwangerschaftsabbrüche mit wenig Aufwand durchgeführt werden kann.“ Das ÖIF zeige mit Blick auf andere Länder auf, dass eine anonymisierte Erhebung von Basisdaten einfach und unter Wahrung der Anonymität der Frau gemacht werden kann.

 

Große Bereitschaft von ExpertInnen

„Die Österreichische Ärztekammer ist bereit, Schwangerschaftsabbrüche zu melden und erachtet dies als sinnvoll für die Gesundheits- und Sozialpolitik. Das ÖIF hat konkrete Informationen zur Umsetzung erarbeitet“, fasst Kronthaler zusammen. Was noch fehle, sei der Wille der politisch Verantwortlichen, damit die vernünftigen Forderungen der Bürgerinitiative „Fakten helfen!“ in die Tat umgesetzt werden können.

zur Stellungnahme des ÖIF

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